Margret Feltus

Bild wird geladen, bitte warten!
Picture is loading, please wait!

© 2009 Margret Feltus
Pastellkreide auf Recycling Papier
Format 50 x 70
zurück - back to 'home'
Kontakt
Impressum

Eine Künstlerin mit
filigran expressiven Bildnissen


Seelische Augenblicke


Ihr hauchdünner Stift eilt auf dem Malblock hin und her, dreht Kreise, macht Zacken und Kurven, hält abrupt inne, ein Kopf bildet sich, die Augen erwachen zum Leben. Um den tiefen Blick in die Seele zu wagen, setzt Margret C. Feltus beim Zeichnen außer Sehen weitere Sinneswahrnehmungen ein. "Mein Körper 'sieht' und 'fühlt', meine Hand führt aus", meint die Düsseldorfer Künstlerin. Ihre Arbeiten sind sinnlich filigran und expressiv zugleich. Beim Experimentieren fand MC Feltus ihren ungewöhnlichen Malstil: Nach dem Motto "Fühlen statt immer nur zu sehen", skizziert sie ihre Motive – ohne dabei auf den Malblock oder die Leinwand zu blicken. "Ich wollte feststellen, was dabei herauskommt, wenn ich meine Hand ohne die Augen steuere", sagt die gelernte Grafikerin. Die Wirkung, die sie damit erzielt, ist außerordentlich. Es sind Bilder von innen, aus der Seele heraus. Wer hätte gedacht, dass Augen, die außerhalb des Gesichts den Betrachter anblicken, besonders aussagekräftig sind? Dass Hände und Füße, die sich vom Körper entfernt haben, eigentümlich lebendig sind? Über hundert Eigenporträts malte MC Feltus so auf der Suche nach dem Selbst. Sie hat viel erlebt, Schönes, Seltenes und auch Schicksalhaftes. Mit dem Zeichenstift und Farben macht sie es sichtbar. Nach Jahren der Werbung für ein großes Modelabel begann sie vermehrt frei zu arbeiten und nahm die Auseinandersetzung mit der Kunst auf. Seelische Spiegelbilder könnte man die Ergebnisse nennen. Ihr intuitives Malen hat MC Feltus auf weitere Arbeiten ausgeweitet - sie fängt den Augenblick ein, Eindrücke aus dem Alltag, Straßenbilder, Naturskizzen, Stimmungen. "Was machst du da?", wurde sie vor kurzem von einer Kinderschar an einer Bushaltestelle gefragt. "Ich male", meinte sie lächelnd. "Aber du guckst ja gar nicht auf das Papier?" drängelten die Kinder. "Ja, ich will ja ohne Hingucken malen", sagte sie, und die Kinder staunten.
Helmuth Haensch

www.az-magazin.de
Düssel Depesche - Ausgabe 09/2008